Der umweltfreundlichste Großrechner Europas: der LOEWE-CSC

Ende November 2010 ging im Industriepark Hoechst mit dem „LOEWE CSC“ der laut der internationalen Rangliste „Green 500“ energieeffizienteste Supercomputer Europas in Betrieb. Zudem ist er mit 285 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde der zweitschnellste Rechner in Deutschland und der viertschnellste auf dem Kontinent. Entworfen wurde er von zwei Lehrenden des Institutes für Informatik der Goethe-Universität, Prof. Volker Lindenstruth und Prof. Hans Jürgen Lüdde.

Die hohe Energieeffizienz des Rechners wird unter anderem durch ein neuartiges Kühlsystem erreicht, bei dem eine interne Wasserkühlung mit Flusswasser aus dem Main gespeist wird und über einen Wärmetauscher das Wasser im Kühlkreislauf des Rechners besonders wirksam abkühlt. So wird statt der üblichen 50 bis 100 Prozent Nutzleistung des Rechners gerade einmal etwa 8 Prozent für die Kühlung aufgewendet. Zudem weisen die in dem 5 Millionen Euro teuren Rechner eingesetzten 800 Grafikkarten eine spezielle Programmierung vor. So können die jährlichen Betriebskosten mit „nur“ 650.000 Euro statt Millionenbeträgen vergleichsweise niedrig gehalten werden. Ein vorbildliches Konzept, für das bei den beiden Wissenschaftlern mittlerweile Anfragen von diversen Frankfurter Firmenrechenzentren und sogar dem börsennotierten Grafikkarten-Hersteller AMD vorliegen. „LOEWE CSC“ wird u.a. von Elementarteilchenphysikern, Klimaforschern, Neurotechnologen und Makromolekularchemikern genutzt. Zuletzt analysierte er bei einem Versuch des europäischen Kernforschungszentrums CERN in Tausendstelsekunden den Informationsgehalt unzähliger Spuren nach Kollisionen von Blei-Ionen.

Laut der hessischen Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann katapultierte der Rechner die Universität in die Topliga der Supercomputer, in Frankfurt ist eines der leistungsfähigsten Rechenzentren der Welt entstanden: „Ohne diese Leistung kann man heute in der Forschung nicht mithalten.“ Universitätspräsident Prof. Müller-Esterl lobte ebenfalls die Arbeit der beiden Professoren als „Teil der flexiblen Strategie“ der Universität, bei der es um Kosteneffizienz geht.

 

Hier einige Links zu Artikeln über den Super-PC:

http://www.computerwoche.de/hardware/data-center-server/2358461/

http://compeng.uni-frankfurt.de/index.php?id=84&L=1 (in Englisch)

http://compeng.uni-frankfurt.de/index.php?id=86&L=1 (auf Deutsch)

Zusätzliche Informationen